Willkommen

Schuleingang der Nichten, Reise in eine verdrängte Vergangenheit. Mit einem alten Bus die Serpentinen hoch nach H., zwischen den Hausmauern entlang, plötzlich auf der Straße in Richtung N., weit außerhalb des Ortes zwei Häuser. Dort wohnen nur Leute, die keiner in der Nähe haben will, hatte meine Oma damals gesagt. Ich hatte ein paar Stunden bei den Leuten dort verbracht, und mir war nichts Ungewöhnliches aufgefallen.
(Ich war sechzehn, und mir war noch nicht klar, daß auf dem Dorf niemand Geheimnisse haben kann.)

Kurz vor Schluß

Heute vormittag im Eiltempo durch die Diplomausstellung der HfbK gerauscht, bevor sie am Sonntag schließt. Gleich an der prominentesten Stelle – im Oktogon – auf die Frage nach der Funktion von Kunst gestoßen. Zwei Positionen dort, Özge Boya und Manaf Halbouni, die durch ihren politischen und gesellschaftlichen Bezug andere Arbeiten als bloße Nabelschau westlicher Wohlstandskinder erscheinen lassen.
Bemerkenswert: die Publikumsbeschimpfung von Anne Schäfer. „Das kann ich auch“. Ja. Nein. Ich gebe zu, ich war im ersten Moment konsterniert. Ich glaubte, diese Protesthaltung sei ihre einzige ausgestellte Arbeit.
(Ansonsten: sehr viel Surreales und Religiöses.)